Heilung durch Artgenossen

Die nachhaltigsten Heilungen finden in stabilen Gemeinschaften von Artgenossen statt. Unsere Pferde leben deshalb auf großen Weiden im Herdenverband. Sie werden dieser Herde zeitlebens nicht mehr entrissen. In der Sicherheit ihrer Herde werden verstörte Pferde wieder stark und gesund. Und sie leben bei uns glücklich bis ins hohe Alter von manchmal über 40 Jahren!

Die Pferde leben auf großen Weiden alle zusammen in einer Herde ohne Abtrennungen, es sei denn, die Ponys müssen auf Diät gesetzt werden.

Wir suchen dabei nach Weiden, die möglichst große Abwechslung in ihrer Beschaffenheit bieten (d.h. trocken-feucht, steil-eben, hoch-tief, Bäume, Sonne, Quellen oder Bäche). Bisher konnten wir bei allen Pferden feststellen, dass sie sich ohne Schwierigkeiten in die bestehende Herdenstruktur eingliederten! Die Pferde des Gnadenbrothofs sind barfuss (unbewaffnet), da sie auch nie weiter zu laufen brauchen, als ihre eigenen Hufe sie tragen können. So hat es die Natur vorgesehen.

Alle Pferde dürfen diese Rückkehr in eine Heimatherde entspannt als letzte Station betrachten. Vorbei die Zeit, als Ware von einem zum anderen verkauft zu werden, ungefragt aus ihren Gemeinschaften gerissen, benutzt, missachtet als Person - in Einsamkeit.

Oft auf kleinerem Gelände gehalten, als Hunden zugesprochen wird, Gitterstäbe, Zwänge, absurde Lebensbedingungen, mitgefühllos, Verwirrung, Krankheit, Händler, Schlachtung. So sieht in Stichworten das Leben eines ganz normalen Reitpferdes aus. Die meisten enden, bevor sie das 10. Lebensjahr erreicht haben, beim Schlachter. Fachleute berichteten mir, dass das Durchschnittsalter eines mitteleuropäischen Pferdes bei 7 Jahren liegt.

Je länger die Pferde mit ihrer neuen Herde leben, desto deutlicher erkennen wir das Erwachen ihrer klugen Instinkte. Laufen sie am Anfang noch zu dem gebrachten Wassereimer, finden sie nach und nach die natürlichen Quellen. Stehen sie zu Beginn noch häufiger im Stall, ziehen sie es bald schon vor, auch bei Regen, Hagel oder Schnee unter Bäumen zu stehen oder sich mit der Hinterhand zum Wind zu stellen. Rannten sie am Anfang noch bedürftig auf Menschen zu, so ziehen sie alsbald die Pferdegesellschaft vor.

Manche Pferde sind so verstört, dass sie keine Fellpflege untereinander kennen und sich davor scheuen (das kommt von den Klapsen auf die Nase, wenn die Pferde beim Geputztwerden auch ihrem Menschen etwas Gutes tun wollten). Dann schalten wir uns ein! Wir haben gelernt, sie unwiderstehlich dazu zu animieren, mit uns selber Fellpflege zu machen.

Die meisten Pferde, die kommen, sind mehr oder weniger schwer krank. Während ihrer Heilung werden sie mit Massagen, Akupunktur sowie Homöopathie behandelt. Eine Mitarbeiterin des Gnadenbrothofs arbeiten in erster Linie therapeutisch mit Cranio-Sacral-Therapie, Massage, Reiki,...(Andrea Mais).